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Nachwuchs: Deutsche Meisterschaft Linden PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: ron   
Mittwoch, den 28. Juni 2017 um 17:44 Uhr

Von allem was dabei

Eine richtig toll organisierte Veranstaltung, ein anspruchsvoller Kurs und Hamburger Wetter, zumindest was den Wind anbelangte (auch wenn es zum Glück trocken blieb): die Deutsche Nachwuchsmeisterschaft Einer-Straße hatte es in sich. Der 11 Kilomter Rundkurs enthielt einen 2-3 km bis zu 15 % steilen Antstieg, auf den im Anschluss direkt harscher Gegenwind sowie eine teils knifflige Abfahrt folgte. Die RG Hamburg stand zahlreich am Start. Zum Teil mit guten Ergebnissen. Andere hingegen „hatten erst kein Glück und dann kam auch noch Pech dazu“.

Unsere Junioren Frederik Raßmann, Philipp Grote und Domenic Karrasch waren an beiden Tagen gefordert: Hier Frederiks Rennbericht: „ Als wir am Freitag Abend ankamen, haben wir zusammen die Strecke besichtigt. Jedoch merkte ich hier schon, dass ich aufgrund meiner Erkältung immer noch nicht richtig Fit war. Ich entschloss mich, das Zeitfahren am nächsten Tag nicht zu fahren um hoffentlich zum Straßenrennen wieder einigermaßen gesund zu sein. Dieser Plan ging eher so mittelmäßig auf. Zwar merkte ich meine Erkältung noch, aber anderseits wollte ich auch unbedingt das Meisterschafts-Rennen fahren. Von Beginn an herrschte ein hohes Tempo und von Runde zu Runde wurde das Feld kleiner. In der letzten von 12 Runden waren noch etwa 40 Fahrer vorne mit dabei. Leider konnte ich am letzten Anstieg nicht ganz vorne mitfahren und kam so als 25. ins Ziel. Domenic fuhr auf einen guten 18. Platz.“ Im Zeitfahren am Samstag, welches auch für die Bundesliga zählte, konnten Domenic und Philipp wertvolle Punkte für die Teamwertung holen, auch wenn sie nicht ganz vorne mit rein fahren konnten.

Katharina Albers fuhr Samstag bei der weiblichen Jugend auf einen beachtlichen 16. Platz. Da "Kiki" eher auf der Bahn, im Zeitfahren bzw. im Sprint auf flachen Kursen Ihre Stärken ausspielen kann, darf die 15jährige mit diesem Ergebnis durchaus zufrieden sein.

Unsere Schülerfahrer Benet Metz und Noah Böker hatten sich viel vorgenommen. Die Medaillenträume platzten jedoch bereits kurz nach dem neutralisieren Start. „Das Führungsfahrzeug fuhr so langsam den Berg hoch, das im Gedränge dahinter etliche Fahrer ausklicken mussten oder gar zu Fall kamen. Als das Rennen dann frei gegeben wurde, gab es gleich mehrere Stürze, wovon leider auch unsere beiden Schüler betroffen waren."  Noah mit Glück im Unglück hatte „nur“ Materialschaden. Bis dieser jedoch gerichtet war, war das Feld meilenweit enteilt. Noah kämpfte sich tapfer durch, zeigte am Berg was er eigentlich drauf hat und fuhr auf Platz 43. Benet sah genauso arg mitgenommen aus wie sein Fahrrad. Mit solch demolierten Rad, ohne Aussicht auf Erfolg, dazu noch übersät von Schürfwunden und Prellungen, viele Renner wären ausgestiegen, waren sich die Beobachter einig. Doch statt aufzustecken, richtete er den Lenker und fuhr mit Schmerzen das 44 km Rennen zu Ende. Da Schalten nicht mehr möglich war, wuchtete er sein Arbeitsgerät mit dicken Gängen hinauf zum Anstieg. Nachdem Benet als 56. über den Zielstrich fuhr, musste er noch zur weiteren Untersuchung ins Krankenhaus gebracht werden, konnte jedoch zum Glück abends wieder nach Hause fahren.

Im Jugendrennen gab es keinen neutralisierten Start, was wiederum Luca Rohde zum Verhängnis wurde. „Die ersten 2 Runden sind die so den Berg hoch geknallt, da sind mir komplett die Beine aufgegangen.“ Bereits in der 3. vom 7 zu fahrenden Runde befand er sich in einer abgehängten Gruppe weit hinter dem Hauptfeld, das wiederum eine 7-köpfige Spitzengruppe verfolgte. Daniel Prien als Erstjähriger zeigte eine beeindruckende Leistung und biss sich im Hauptfeld fest. In der 5. Runde rieben sich die Beobachter verwundert die Augen. Luca führte als Erster das Hauptfeld in dem Berg. „Wir sind hinten mit in paar Leuten gekreiselt und als wir irgendwann die Wagenkolonne gesehen haben, hat uns das nochmal extra motiviert“, so der 15jährige. Nach dem Zusammenschluss waren die Beine plötzlich so gut, dass Luca sogar mit dafür sorgte, dass etliche Fahrer abreißen lassen musste. Am Ende stand ein guter 16. Platz und weitere Sichtungspunkte zu buche. Während Daniel, der wirklich toll kämpfte, auf Platz 34 einfuhr. Einmal mehr unterstrich der Youngster, dass er zu den Stärksten aus seinem Jahrgang gehört.

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 28. Juni 2017 um 22:58 Uhr