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Bundes-Radsport-Treffen 2013 in Cottbus Drucken E-Mail
Geschrieben von: Sammy   
Montag, den 05. August 2013 um 13:22 Uhr

Spreewald, Tagebau-Giganten, Leberwurststullen mit Gurke und Gluthitze

Das alljährlich stattfindende BDR-Treffen der Tourenfahrer und Radwanderer gastierte dieses Jahr in Cottbus. Eine gute Gelegenheit für 5 RGH-Fahrer dem RSC Cottbus einen Besuch abzustatten. Der RSC ist schließlich der Verein, der in der jüngeren Vergangenheit alle unsere Topfahrer aus dem Jugendbereich übernommen hat. In Cottbus finden sie eine umfassende Betreuung und Förderung im Radsport und in der Schul- und/oder Berufsausbildung. Ein vergleichbares Angebot gibt es in Norddeutschland leider nicht. Die jüngste Erfolgsstory ist die deutsche Meisterschaft in der Mannschaftsverfolgung, an der mit Leon Rohde und Jasper Frahm gleich zwei unserer Fahrer beteiligt waren (siehe auch hier).


Schon das Wetter bei der Anreise am Sonnabend, dem 27.Juli, ließ erahnen, wie heiß es am Sonntag bei der ersten Veranstaltung in Cottbus werden sollte. Das Thermometer im Auto kletterte mit jedem Kilometer in Richtung Osten, um schließlich bei 36°C stehen zu bleiben. Laut Wetterbericht aber nur die Ouvertüre für den Sonntag mit prognostiziertem Hitzerekord von 40°C.

Der Sonnabend wurde genutzt, um sich auf dem etwas unübersichtlichen Gelände des Sportzentrums in Cottbus zurechtzufinden. Gar nicht so einfach, da hier neben den Radfahrern noch diverse andere Sportarten und Anlagen angesiedelt sind. Während Brigitte, Mike und Dietmar mit ihrem Wohnmobil direkt auf dem Gelände vor der Lausitz-Arena kampierten, hatten sich Antje und Thomas im Altstadt-Hotel direkt in Cottbus einquartiert. Ergo musste am Sonnabend auch noch die günstigste Anfahrtsroute vom Hotel zum Start ausgekundschaftet werden. Im Endeffekt waren es 2,5km gut zu radelnde Kilometer durch die Stadt, die locker in weniger als 10 Minuten zu bewältigen waren.

Die Veranstaltung am Sonntag begann für alle Teilnehmer auf der Cottbusser Radrennbahn – oder zumindest mit denen, die sich trauten, auf die Bahn zu fahren. Nach den üblichen Begrüßungen und Ansprachen packte der Cottbusser Postkutscher (in traditioneller Uniform!) sein Posthorn aus und spielte zur Einstimmung auf. Und dann ging es auf die Einführungsrunde und auf die Strecke. Die Polizei hatte, wie auch an allen folgenden Tagen, die Straßenkreuzungen in Cottbus abgesperrt, damit die Radfahrer zügig und ohne Ampelstopps aus der Stadt kamen. Das morgendliche Herausfahren aus Cottbus war leider an einigen Tagen etwas chaotisch, da viele Teilnehmer nicht verstanden hatten oder wollten, dass es jeden Morgen auf dem Bahnoval losgehen sollte. Im Gegenteil, man hatte den Eindruck, dass mehr und mehr Teilnehmer statt um 9:00 Uhr bereits deutlich früher, teilweise wohl schon vor 8:00 auf die Strecke gingen. Dadurch hatten es die Helfer sehr schwer, kurz nach 9:00 so etwas wie ein Hauptfeld zu erkennen, für dass dann die Straße abgesperrt werden sollte. Andererseits kann man den zumeist älteren Teilnehmern kaum verübeln, dass sie in Anbetracht der Temperaturen möglichst früh losfahren wollten, um der größten Hitze zu entkommen, bzw. um zur Mittagszeit die avisierte Runde absolviert zu haben und im Schatten ein kühles Getränk zu genießen.

Am Sonntag stand neben den üblichen Strecken über 49, 84 und 118km auch ein Marathon über 214km auf dem Programm, der um 8:00 Uhr gestartet wurde. Die verständliche Forderung vieler Marathonis auf einen deutlich früheren Start konnte vom RSC Cottbus-Veloteam ab nicht mehr kurzfristig umgesetzt werden. Dies führte dann dazu, dass einige FahrerInnen auf eigene Faust früher starteten und sich prompt verfuhren, da die Streckenteiler noch nicht aufgestellt waren. Die größte Herausforderung für die Marathonis war ohnehin die Hitze, da das Cottbusser Umland keine nennenswerten Steigungen zu bieten hat. Dafür war meiner Meinung nach die Anzahl der Verpflegungsdepots einfach zu gering (4 beim Marathon und 2 auf der 118er, die 125km lang war). Bei Temperaturen deutlich über 30°C ist das schlicht zu wenig, es sei denn, die Teilnehmer fahren mit 3 Trinkflaschen. Aber dieses Manko wurde erkannt und bei der Abschlussveranstaltung am Sonnabend dem 3.August wurde ein zusätzliches Depot eingerichtet.


Nun zu den Touren:

1.Etappe (Sonntag): Ludwig-Leichhardt-RTF 125km

Es ging gegen den Uhrzeigersinn rund um Cottbus, zunächst Richtung Süden, dann Richtung Osten durch Kieckebusch. Diese Route war für fast alle Touren die Hauptverkehrsroute, um aus Cottbus herauszukommen. Vor und nach der Überquerung der Spree gab es dann auch das erwartete Pflasterstück, allerdings sehr moderates, glattes Pflaster, welches sehr gut zu fahren ist. – Um an dieser Stelle vorwegzunehmen, die Qualität der Straßenbeläge war auf allen Touren durchweg hervorragend. Von solchen Straßen können wir im Hamburger Umland nur träumen. Es gab natürlich das eine oder andere Stück Pflaster oder Schotter zu absolvieren, aber wirklich immer nur kurze Verbindungsstücke, die man nicht vermeiden kann. – Nach der Streckenteilung auf die 118er-Strecke gab es dann auch das erste Highlight der Tour zu sehen, ein Blick auf den Klinger See. Eine ehemalige, jetzt renaturierte Braunkohlegrube. Anschließend entlang der polnischen Grenze durch menschenleere Waldgebiete auf super glatt asphaltierten Wegen, die alle nur von Radfahrern und Vattenfall-Angestellten benutzt werden dürfen. Traumstrecken für Zeitfahrer!

Nach 45km dann endlich das erste Verpflegungsdepot, auf einem schmalen Streifen zwischen der polnischen Grenze und einer gigantischen Tagebaugrube (Jänschwalde) in der Nähe von Grießen. Das Thermometer war mittlerweile auf über 30°C geklettert. Im großen Bogen ging nun weiter Richtung Westen durch flaches Gelände nördlich um Peitz herum. Da es bis zur zweiten Verpflegung abermals gut 40km waren tat man gut daran, die Wasserflaschen aufzufüllen. Gott sei Dank zogen auf dem Weg zur zweiten Kontrolle Wolken auf und verhinderten so den prognostizierten Hitzerekord. Im Endeffekt war es mit knapp 35°C sogar etwas kühler als am Vortag, aber stellenweise hatte man das Gefühl, in der Sauna zu fahren, weil auch der Fahrtwind heiß war.

An der zweiten Kontrolle wurde von der aufgestellten Gartendusche reichlich Gebrauch gemacht. Hinterher stellte sich wohl heraus, dass es sich bei dem Wasser um stark eisenhaltiges Brunnenwasser gehandelt hat, welches deutliche rostbraune Spuren auf den geduschten Trikots hinterließ.

Der angenehmste Abschnitt des Tages kam dann 3km vor dem Ziel, die Durchfahrt durch den Branitzer Park. In Kieckebusch war zunächst ein kurzer Abschnitt auf Schotterpiste zu absolvieren, um dann die Spree zu queren und anschließend durch einen überraschend kühlen, ja fast schon kalten Wald zu fahren. Die Waldstrecke endete dann auch direkt in Cottbus, es waren nur wenige Meter, allerdings einige davon auf unangenehmen Pflaster, und das Ziel war erreicht.

Diese letzten Kilometer waren in den Folgetagen fast immer zu fahren, allerdings verzichteten die meisten auf die Pflasterpassage, indem sie einfach das Sportzentrum auf Schleichwegen durchquerten, anstatt außen rum zu fahren.

Im Ziel war dann leider auch zu beobachten, dass einige Fahrer größere Probleme mit der Temperatur hatten und kollabierten. Gott sei Dank war professionelle Hilfe schnell zur Stelle und konnte helfen, für viele andere war dies jedoch auch eine deutliche Warnung mit den eigenen Kräften sorgsam umzugehen und es an den Folgetagen etwas ruhiger anzugehen.


2.Etappe (Montag): Strittmatterland-RTF 122km

Nach der großen Umrundung von Cottbus stand am Montag eine Tour Richtung Süd-Osten an. Das zentrale Verpflegungsdepot war in Spremberg auf dem Schloßgelände angesiedelt. Dieses war natürlich nur über historisches Pflaster und Sandwege erreichbar, außerdem mussten die Wege in beide Richtungen befahren werden. Es war also höchste Aufmerksamkeit geboten, zumal auch die Radwanderer dieses Depot anfuhren. Diese Tour hatte für das dortige Areal tatsächlich Aspekte einer bergigen Etappe. Direkt in Spremberg nach der Kontrolle ging es einen langgezogenen Hügel hinauf. Leider hatten an diesem Tag ein paar Witzbolde den Streckenteiler zwischen der 122km und der 88km Runde in der Ortschaft eine Kreuzung weitergestellt, sodass ich mit meiner Gruppe wider Erwarten recht schnell wieder in Spremberg ankam und statt der geplanten 122km nur 100km auf dem Tacho hatte.

Der letzte Teil der Strecke ging wieder durch Kieckebusch und den bereits erwähnten Branitzer Park, allerdings fehlte die Ausschilderung ab Kieckebusch gänzlich. Gut wenn man ein Navi dabei hatte oder sich die Strecke vom Vortag gut eingeprägt hatte. Sehr schön auch die Reaktion der Dame im Ziel beim Abholen der Wertungskarte, als ich ihr sagte, dass die Ausschilderung ab Kieckebusch komplett fehlt: "Das kann nicht sein!".

Die Temperaturen waren am Montag mit max. 26°C erträglich.


3.Etappe (Dienstag): Tagebau-Giganten-RTF 110km

An diesem Tag ging es Richtung Südwesten, also grob Richtung Hoyerswerda. Die Tour hieß zwar "Tagebau-Giganten", hätte aber genauso gut Seen-Tour heißen können. Nach dem anfänglichen Gemuse zwischen Frühstartern, Radwanderern und High-Speed-Gruppen erreichte man – auf nun schon zumindest teilweise vertrauten Wegen – relativ schnell das erste Depot in den Steinitzer Alpen. Alpen? Ja, direkt nach dem Depot gab es tatsächlich einen kleinen Anstieg, an dessen Ende es rechts direkt in eine nette Abfahrt auf einer richtig breiten Straße ging. Mit knapp über 60km/h fuhren wir den ersten Sehenwürdigkeiten der Tour entgegen. Auf schmalen, aber perfekten Wegen ging es entlang diverser renaturierter Tagebaugruben. Man hätte wirklich denken können, man fährt an der Ostsee entlang.

Kurz hinter der zweiten Kontrolle in Großkoschen führte die Strecke direkt am "Rostigen Nagel" vorbei, einer 30Meter hohen Landmarke, die als Aussichtsturm dient. Einige Teilnehmer sollen sogar vom Rad gestiegen sein und den Turm erklommen haben. Die rostbraune Farbe ist übrigens wirklich Rost, allerdings soll sich darunter eine besonders dichte Sperrschicht befinden, die den Turm vor Korrosion schützt. Details kann man bei Wikipedia unter "Cortenstahl" nachlesen.

Viele Kilometer dieser Tour konnten wir wieder auf den phantastischen Fahrstraßen absolvieren, die wirklich ein Traum sind. Hätten wir so etwas bei uns, ich würde viel Zeit auf meinem Zeitfahrrad verbringen.


4.Etappe (Mittwoch): Spreewald-RTF 118km

Nach so viel Seenlandschaft ging die Mittwochstour Richtung Nordwest und Norden. Doch dazu musste zunächst ein neuer Weg aus Cottbus heraus bewältigt werden. Dies gestaltete sich etwas schwierig, weil keinem, auch der Polizei nicht so Recht klar war, für welches Hauptfeld denn nun die Straße zu sperren sei. Darüber hinaus waren die Straßenverhältnisse in Cottbus mit unseren vergleichbar, also schlaglochübersät. Ich hatte das Glück, zunächst ein paar Fahrer vom RK Cottbus bei mir zu haben. Diese haben mich dann allerdings doch an der letzten Ampel in Cottbus stehen lassen. Ich hatte "rot" gesehen, für Cottbusser war aber noch "gelb".

So ging ich mehr oder weniger alleine auf die Tour durch den Spreewald. Ab der ersten Kontrolle in Raddusch, wo allerdings keine Räder gewaschen wurden, hatte ich viel Rückenwind und konnte den Spreewald über viele kleine, ruhige und schattige Wege schnell absolvieren. Über diverse Spree-Kanäle war die zweite Kontrolle des Tages in Fehrow schnell erreicht. Direkt an der Kontrolle in der Ortsmitte konnte man ein Storchenpaar auf ihrem Horst beobachten.

Auf der langen Strecke war nun noch eine Schleife durch das Teichland zu absolvieren, also quasi ein Vorgeschmack auf die 6.Etappe am Freitag. Mittlerweile hatten sich am Himmel auch einige ernst zu nehmende Wolken entwickelt, die sich ziemlich genau auf der Mitte zwischen Kontrolle 2 und 3, also im Landstrich "Teichland" mit einem richtig amtlichen Regenguss entluden und die Temperaturen kurzzeitig unter 20°C brachten. Diese Viertelstunde blieb allerdings die Ausnahme der Woche. An der Kontrolle angekommen war alles längst getrocknet und der Regen vergessen. Naja, nicht ganz, am Nachmittag stand Materialpflege auf dem Programm.


5.Etappe (Donnerstag): Drebkauer-Erlebnistour-RTF 109km

Auf dieser Etappe gab es mal wieder ein paar signifikante Höhenmeter zu absolvieren. Nachdem Cottbus zunächst auf den bereits bekannten Wegen Richtung Süden verlassen wurde, bog die Strecke Richtung Westen ab und es galt die Steinitzer Alpen zu überqueren. Anschließend die bereits am Dienstag absolvierte Abfahrt, allerdings diesmal von ganz oben. Das Hauptdepot war auf dem Marktplatz von Drebkau angelegt. Als ich dort hinkam, war schon von weitem das Posthorn des Cottbusser Postkutschers zu hören. Der Postkutscher hat die komplette Woche über das Treffen begleitet, mal in schmucker, historischer Postkutscher-Uniform (kein Vergnügen bei den Temperaturen) entweder bei den Radwanderern oder im Auto, mal in Radklamotten auf dem Rennrad! Das Posthorn immer dabei und immer bereit auf selbigem ein Ständchen zum Besten zu geben.

Kurz nach der Streckenteilung zwischen der 86km und 109km-Tour dann die Überraschung des Tages: Ein Schild kündigt eine 12%-Steigung an! Haha, wo soll die denn plötzlich herkommen?

Doch dann ging es bergauf, der Tagebau macht es möglich. Oben angekommen bot sich ein wunderschöner Blick auf den "Alt Döberner See", der natürlich auch eine geflutete Tagebaugrube ist. Und so ging die Zusatzschleife für die 109km-Tour fast ausschließlich auf einer Fahrradstraße rund um den See. Wer hier einfach nur am Hinterrad des Vordermanns geblieben ist und Tempo gefahren ist hat wirklich selber schuld oder ist ein Einheimischer.


6.Etappe (Freitag): Teichlandtour-RTF 118km

Da diese Tour Richtung Nordost, also Richtung Teichland ging, hat die Polizei für uns Radfahrer eine der Hauptverkehrsadern in Cottbus, den Stadtring, für die Radfahrer gesperrt! In Cottbus haben Radfahrer, vermutlich durch das Sportzentrum einen höheren Stellenwert, als z.B. in Hamburg. Ich hatte jedenfalls in der Woche das Gefühl, dass man von Autofahrern mit deutlich mehr Respekt behandelt wird als in Hamburg. Ich bin jedenfalls nicht ein einziges Mal angehupt oder zu eng überholt worden. Auch im Gespräch an der Hotelrezeption war der Stolz auf die Radfahrer des Sportzentrums deutlich zu spüren.

Der Stadtring wurde verlassen und es ging auf den bereits vertrauten Fahrradstraßen am Cottbusser Tagebau vorbei und überraschenderweise nach 16km schon zur ersten Kontrolle. Direkt im Anschluß hatten auch fast alle einen netten, kleinen Anstieg mit knapp 9% Steigung zu überwinden. Oben gab es wieder einen schönen Blick auf einige Seen, bevor es rund um das Kraftwerk Jänschwalde gen Norden ging. Vorbei am Flugplatz ging die Strecke dann auf mittlerweile bekannten Straßen nach Westen, um noch einen Abstecher in den Spreewald zu machen. In Burg befand sich die Kontrolle direkt vis-a-vis des Bismarckturms.

Auf der Rücktour fädelte sich die Strecke in Peitz wieder ins Teichland ein und ging fast auf der Strecke vom Vormittag entlang des Cottbusser Tagebaus wieder zurück. Kurz vor Cottbus wechselte die Ausschilderung allerdings teilweise von Schildern zu Kreidepfeilen auf der Straße. Mitten im Cottbusser Wohngebiet war allerdings auch diese Ausschilderung beendet und Pfadfinderqualitäten waren gefragt. Glücklich waren die, die einen Ortskundigen dabei hatten oder ein Navi und dieses auch bedienen konnten. Einige sollen wohl Cottbus noch einmal halb umrundet haben, bis sie endlich die vertraute südliche Trasse in Kieckebusch gefunden hatten.


7.Etappe (Sonnabend): Sparkassentour-RTF 110km

So schnell geht eine Woche um, die letzte Etappe mit einem Ausflug in den Südosten stand an. Eine lange Tour bis Bad Muskau an der polnischen Grenze. Die Temperaturen waren am Freitag und Sonnabend auch wieder deutlich über 30°C geklettert und viele ließen es daher wohl bei der mittleren Runde mit 72km bewenden. Jedenfalls war ich nach der ersten Kontrolle, die mitten im Wald und gleichzeitig Streckenteilung war, fast allein unterwegs. Die großen Gruppen, die mich bis zur ersten Kontrolle begleitet hatten, waren verschwunden. Und so konnte ich den letzten Etappentag des BRT 2013 ganz alleine genießen. Es ging auf der großen Runde über einsame Wege entlang der Grenze bis zum südlichsten Punkt in Bad Muskau.

Aus den Erfahrungen vom Sonntag hatten die Cottbusser gelernt und spontan ein zusätzliches Depot auf der 110er Runde aufgebaut, dass dankbar von durstigen Radfahrern angenommen wurde.

Auf dem letzten Teil der Strecke, von der letzte Kontrolle ins Ziel musste noch einmal improvisiert werden, da ein schwerer Verkehrunfall mit mehreren Autos zur Sperrung eines Streckenabschnitts geführt hatte. BRT-Teilnehmer waren meines Wissen nicht in das Geschehen involviert.

Mit einer Träne im Knopfloch, oder besser in der Trikottasche ging es dann ein letztes Mal durch den Branitzpark, der jetzt aber nicht mehr die Kühle aufwies wie eine Woche vorher, und das letzte Etappenziel war erreicht.


Fazit:

Eine tolle Woche in und um Cottbus, die allen Beteiligten großen Spaß gemacht hat, auch wenn einem zeitweilig die Wärme zu schaffen machte. Insbesondere, wenn es Nachts nicht unter 20°C abkühlen wollte und schlafen manchmal schwierig war. Die schönen Strecken haben auch dafür entschädigt, dass das Catering im Ziel etwas zu lahm beim Bier zapfen war und man teilweise nervig lange auf ein Getränk warten musste.

Ich persönlich war jedenfalls sehr positiv überrascht, wie schön man um Cottbus Radfahren kann und wie schön die Stadt ist. Jedenfalls ist die Aussage meines Neffen, der 2 Jahre als Sportler in Cottbus gelebt hat und in dieser Zeit auch einen deutschen Meistertitel errungen hat, "Cottbus ist nicht schön", eindeutig widerlegt.

Wir können den Cottbussern nur Dank und Lob aussprechen für eine gelungene Radsportwoche. Bernd Schmidt, der BDR-Koordinator für das Bundes-Radsport-Treffen hat es so formuliert: "Cottbus hat Maßstäbe gesetzt!" Dem ist nichts hinzuzufügen. Die Webseite des BRT 2013 mit Fotos und Berichten findet ihr übrigens unter: http://www.bundesradsporttreffen2013.de/

Die Leib- und Magenspeise der Brandenburger scheint die Leberwurststulle mit original Spreewälder Gurke zu sein, jedenfalls gab es die an jeder Kontrolle in ausreichenden Mengen. Leider esse ich derlei nicht wenn ich Rad fahre, aber jetzt, nach der Fertigstellung dieses Artikels, werde ich mir eine solche genehmigen. Lecker!

Weitere Bilder gib es  unten und in der Fotogalerie.


Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 06. August 2013 um 15:22 Uhr