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Regen, Schnee, Hagel - alles dabei Drucken E-Mail
Geschrieben von: Helge Witten   
Freitag, den 29. April 2016 um 06:24 Uhr

It´s Marathon Time

Straßenfachwart Helge Witten gehörte zu den cirka 140 Radsport-Verrückten, die am zurück liegende Sonntag, dem fürchterlichen Aprilwetter trotzten und den ersten Radmarathon der Saison, im Rahmen der Rudi Bode RTF, in Angriff nahmen. Erfolgreich! Hier Helges Bericht:

Am Sonntag war es soweit. Der erste Marathon in 2016 stand an. Der RV Endspurt Hamburg hat gerufen, ich habe es gehört und war da. Der Wecker klingelte wieder verdammt früh. Auch wenn der Start in Hamburg war, früh hoch muss man doch. Nach dem Frühstück ein erster Temperaturtest auf dem Balkon. Saukalt brrrrrr. Aber was soll´s. Ich habe vielen erzählt, dass das ich fahre, egal wie das Wetter ist. Also los. Schnell noch die neu gekaufte Regenjacke und die neuen Handschuhe eingepackt und per Auto zum Start. Bei der Registrierung gab es ein paar Unklarheiten in Sachen der Meldungen, aber die haben sich aufgeklärt. Kurz vor dem Start viel mir auf, dass ich zwar meine neuen, tollen, gut gepolsterten, schicken, aber kurzen Radhandschuhe mit hatte, aber keine warmen, langen Handschuhe. “Wird schon gehen”, habe ich gedacht.


Anmeldung zum ersten Radmarathon der Saison.

Um 7.30 Uhr ging es dann in Gruppen los. Meine Gruppe hat es dann geschafft sich zu verfahren. Nach etwa 1 Kilometer. Aber das ließ sich leicht ausbügeln und mit einer kleinen extra Runde waren wir wieder auf dem richtigen Weg. Nach etwa 8 Kilometern wollte ich umdrehen. Meine Finger waren fast erfroren. Ich war mir sicher, dass ich das nicht durchstehe, ohne dass ich Erfrierungen an den Händen bekommen hätte. Trotzdem weiter. Erste Kontrolle nach 20km. Das lohnt fast nicht anzuhalten, aber der Stempel ist wichtig. Kurz absteigen und gleich wieder aufs Rad. Es wurde etwas wärmer. Meinen Fingern ging es wieder gut. Ich hatte eine gute Gruppe in der es sich mitrollen ließ. Das Tempo passte und die vorn fuhren wollten im Wind fahren. Wer das möchte, den überzeuge ich nicht vom Gegenteil. An der zweiten Kontrolle dann wieder runter vom Rad, Stempel holen und einen kleinen Imbiss am aufgebauten Buffet. Aber nur eine Kleinigkeit. Mit der selben Gruppe bin ich dann wieder weiter. Während der Fahrt zwischen Kontrolle 2 und 3 wurde es unruhig in der Gruppe. Wir waren gute 20 Fahrer. Vorn wurde das Tempo immer wieder geändert. Langsamer, schneller, bremsen in der Abfahrt, bei Steigungen sehr langsam. Das war sehr anstrengend, da man immer aufpassen musste, dem Vordermann nicht in den Hinterbau zu fahren. Nicht schön, aber allein hätte ich nicht mehr gekonnt, als das Durchschnittstempo der Gruppe. So führen wir zu dritten Kontrolle, die nur die Marathon Fahrer anfahren. Bis dahin hatten wir zwei ganz kurze Hagelschauer. Aber die waren genauso schnell wieder weg, wie sie gekommen waren. Kein Grund zu jammern. Das Wetter hielt sich. Nach der dritten Kontrolle wieder mit der gleichen Gruppe weiter. Es wurde wieder darauf geachtet, dass alle die wollten mitkamen. Wieder war es sehr unruhig. Und immer noch kalt. Es stellte sich dann heraus, das eine Fahrerin Krämpfe hatte. Deshalb wurde versucht das Tempo so angenehm wie möglich zu halten. Ich fand es nervig, aber bin an meinem Platz geblieben. So fuhren wir an Kontrolle 4. Wieder nicht viel gegessen, da es nicht Not tat. Ich habe dann immer auf die anderen gewartet und habe mich an meinen Platz eingereiht. Gerne wäre ich bis zum Ziel durch gefahren. Aber der Stempel musste ja abgeholt werden an Kontrolle 5. Kurze Pause, denn die schwarze Wand war schon zu sehen. Auf den letzten 15km bin ich dann doch noch richtig nass geworden. Regen, Schnee, Hagel, alles dabei. Und wieder erfrierende Hände. Aber durchgehalten und angekommen. Nach 218 km musste ich die Hände vom Lenker ziehen. Schalten und bremsen war zum Ende fast nicht mehr möglich. Und wenn dann das Blut wieder zirkuliert, dann möchte ich schreien. Aber es waren so viel um mich rum. Die 5 Punkte auf der Wertungskarte haben mich dann wieder aufgebaut. Kurz noch ein paar Worte mit den Veranstaltern gewechselt und ab nach Hause unter die warme Dusche.

Fazit: Eine gelungene Veranstaltung, die besseres Wetter verdient gehabt hätte. Ich habe mein Ziel erreicht. Am 08. Mai geht es nach Husum zum Nordsee-Radmarathon. Eine neue Herausforderung.

Bis bald und Grüße an alle, Helge


Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 29. April 2016 um 06:26 Uhr