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Saisonstart 2014: Das Fischbrötchenbrevet in Nortorf Drucken E-Mail
Geschrieben von: Sammy   
Sonntag, den 13. April 2014 um 16:47 Uhr

Krabbenbrötchen in Büsum, statt Fettstulle in Grauen

Plötzlich war er da, der Saisonbeginn!

Während der Trainingsausfahrt am letzten Wochenende dachte ich noch, der erste Marathon und die erste offizielle RTF im Norden sind noch weit. Aber weit gefehlt, noch vor Ostern lagen die Termine für das Fischbrötchen-Brevet der Nortorfer und die RTF der Harburger, hmpf...

Da ich definitiv nur eine Veranstaltung am Wochenende fahren wollte, musste ich mich entscheiden. Die Wetterprognose war für beide Tage ziemlich gut, also kein Kriterium. Also mit knapp 1000 Anderen in Harburg starten und dann in Grauen an der Kontrolle anstehen oder lieber mit einem kleinen Haufen in aller Ruhe 200km abspulen und unterwegs ein Fisch- respektive Krabbenbrötchen verzehren?

Reicht die Kondition schon für 205km? Was soll's, in den letzten Jahren war eine Tour von mehr als 100km im Alleingang auch der Indikator, dass jetzt auch 200km mit Gruppenunterstützung ohne allzu großes "Gekrampfe" gehen.

Letztlich war dann der Gedanke, in Ruhe 200km in Ruhe abspulen zu können stärker. Also am Sonnabend mal wieder um 6:00 aufstehen und auf nach Nortorf..

Der Nebel auf dem Weg nach Nortorf und eine Temperatur von 2°C versprachen einen feucht-frostigen Start. In Nortorf war man über die hohe Zahl an Nachmeldern angenehm überrascht. Letztlich standen 89 Teilnehmer am Start, um die 100 oder 200km unter die Räder zu nehmen. 2 Starter sind im Anschluss an die 200km noch die 100er-Runde gefahren und haben so ein 300er-Brevet absolviert. Respekt an Bernd Schmidt und seinen Mitstreiter! Der Rest der Teilnehmer war nach 200, bzw. 100km bestens bedient und genoss als Abschluss die warme Mahlzeit in der Schulküche.

Der Start des Brevets verlief wie gewohnt und erwartet ruhig, erst nach einigen Kilometern wurde das Tempo in der dann vorderen Gruppe erhöht. Ich war damit erst mal zwischen Baum und Borke, da ich definitiv nicht vorne mitfahren wollte. Jetzt bereute ich meinen Heldenmut, der mich beim Klamotten einpacken veranlasst hatte auf die langen Handschuhe zu verzichten. 2°C im Nebel waren für meine Finger dann doch verdammt kalt, aber zwischenzeitlich zeigte sich immer mal wieder die Sonne und nach 55km auf der Kanalfähre war es dann sonnig und die kalten Finger waren vergessen. Auf dem Weg zur Fähre bin ich nicht lange allein geblieben, einige andere waren froh jemanden (mich) mit einem Navi und dem gültigen Track gefunden zu haben, dem sie sich anschließen konnten. Und zack war ich der "Road-Captain".

Kaum an der Kanalfähre in Hohenhörn angekommen, bog auch schon die große Gruppe der Nortorfer mit Bernd Schmidt um die Ecke. Die Überfahrt wurde dadurch gekrönt, dass der Fährmann mit der Fähre eine Pirouette mitten auf dem Kanal drehte, die von den mitfahrenden Radlern auch prompt mit Applaus belohnt wurde. Da hat man als Radfahrer dann doch das Gefühl willkommen zu sein und nicht als Straßen-Störfaktor betrachtet zu werden.

In der großen Gruppe ging es nun recht entspannt bis Büsum, um dort gemäß Tourentitel die Verpflegung einzunehmen. Da ich noch 100km vor mir hatte, musste ich leider den super lecker aussehenden Bismarckhering, zugunsten des nicht minder leckeren Krabbenbrötchens auslassen.

Weil mir längere Pausen auf solchen Touren nicht liegen, beschloss ich schon langsam vorweg zu fahren, eine Pinkelpause einzulegen und dann mit Gruppe weiter zu fahren. Die Gruppe kam aber so schnell nicht nach, so dass ich in wechselnden Besetzungen zu zweit, zu dritt oder zu viert unterwegs war. Zwischenzeitlich musste ich die Anderen fahren lassen, da meine Trinkflaschen leer waren. Weil es bei einem Brevet keine Verpflegungsdepots gibt, ist jedem selber überlassen sich zu verpflegen. Also eine Tanke anlaufen und Getränke bunkern. Jetzt war ich mal wieder alleine unterwegs, die große Gruppe kam nicht von hinten, waren die vorne noch zu kriegen? Dafür war ich gefühlt zu langsam unterwegs. Und trotzdem, kurz hinter Osterade bei Kilometer 160 sah ich meine beiden ehemaligen Mitstreiter nicht weit vor mir fahren. Etwas hinter der Schleuse Giselau waren wir dann wieder zu dritt unterwegs.

Wie auch schon am Vormittag tauchte dann die große Nortorfer Gruppe auf, als wir auf die Fähre in Breiholz warteten. Nach der Fährpassage hatte ich eigentlich erwartet, wieder in der großen Gruppe weiter zu fahren. Aber irgendwie hatte eine kleine Gruppe noch genügend Energie und musste sich unbedingt vor der großen Gruppe bewegen. Erstaunlicherweise hatte auch ich noch Energie um mit zu gehen, jedenfalls bis ca: 10km vorm Ziel. Da gingen dann doch die Lichter aus und die Ersten kamen von hinten. Immerhin konnte ich mich noch dazu motivieren mit der Gruppe ins Ziel zu fahren. Um kurz vor 16:00 waren wir dann zurück in Nortorf.

Auch wenn die Strecke praktisch keine Höhenmeter aufweist, der Wind gnädig war und uns auf dem Rückweg überwiegend geschoben hat, war es für mich eine absolut zufriedenstellende Leistung.

Vielen Dank die Nortorfer für einen sehr schönen Saisonauftakt mit einer Supertour in Schleswig-Holstein.

Weitere Infos zur Strecke und Bilder der Tour bei den Nortorfern.

 

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 14. April 2014 um 07:58 Uhr